Claudio Monteverdi: Marienvesper

Jubiläumskonzerte des Alsfelder Vokalensemble Bremen

 

Das Alsfelder Vokalensemble Bremen wurde vor 40 Jahren in Alsfeld von Wolfgang Helbich gegründet und  war einer der Pioniere deutscher Projektchöre. 2016  feierte der Chor am Wochenende nach Pfingsten sein Jubiläum mit der Aufführung von Claudio Monteverdis großer  Sakralmusik, der Marienvesper. Das Konzert wurde von Radio Bremen live mitgeschnitten.

Wir waren Förderer dieser Kulturveranstaltung.

Hier können Sie einen Ausschnitt aus einer älteren Live- Übertragung anhören. Es handelt sich um den Mitschnitt einer Rundfunkübertragung vom 350. Todestag Monteverdis. Das Alsfelder Vokalensemle musizierte das Abschlusskonzert eines Europäischen Rundfunktages der EBU (European Broadcasting Union) in der Grabeskirche Monteverdis, Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venedig.
Der hier vorgestellte Ausschnitt ist das „Nisi Dominus“ (Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst, Psalm 127) aus der Marienvesper.

„Gott, steh mir bei! Herr, eile mir zu helfen!“ sind die Eingangsworte der Marienvesper. Dazu erklingt -in einer Art Huldigung an seinen damaligen Arbeitgeber- die Fanfare des Fürsten Gonzaga von Mantua. Die gleiche Melodie verwendete Monteverdi ebenfalls in seiner drei Jahre zuvor komponierten Oper Orfeo.

Die EBU lässt die Melodie zu Beginn ihrer europaweiten Rundfunkkonzerte erklingen und steht damit sozusagen in einer 400-jährigen Tradition.

Nach mehreren Schicksalsschlägen, dem Tod seiner Frau und selbst schwer krank, veröffentlichte Monteverdi 1610 sein großes Sakralwerk. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Psalmenvertonungen, Anrufungen der Jungfrau Maria und Hymnen zu ihren Ehren.

Das prachtvolle Werk verlangt einen großen Doppelchor, sieben Gesangssolisten, sowie ein umfangreiches Orchester. Monteverdi verknüpft traditionelle Kompositionstechniken mit einer sehr modernen Formensprache, wie sie in seiner Zeit vorwiegend in weltlichen Motetten, Tänzen und Opern gerade Einzug gehalten hatte. Dadurch entsteht eine geradezu revolutionäre Breite an musikalischer Ausdrucks­kraft.

Mit dem Gesualdo Consort Amsterdam, dem Barockorchester Elbipolis und dem Alsfelder Vokalensemble Bremen unter der Leitung von Wolfgang Helbich hatte sich eine Formation zusammengefunden, die das Werk in zwei sehr lebendigen und spannungsvollen Aufführungen zu Gehör gebracht haben.