Schmerzen sind ein wichtiges Warnsignal und eine Schutzfunktion unseres Organismus.

In manchen Fällen kommt es jedoch dazu, dass der Schmerz diese Funktion verloren hat und einen eigenständigen Krankheitswert einnimmt. Man spricht dann von chronischem Schmerz.

Die spezielle Schmerztherapie ist eine medizinische Qualifikation, die das Ziel verfolgt, die Chronifizierungsmechanismen, welche ein Fortschreiten des „eigenständigen“ Schmerzes begünstigen, aufzudecken, aufzuhalten oder umzukehren. Dabei sind häufig die körperlichen Beschwerden in Einheit mit den Lebensumständen und der seelischen Beeinträchtigung des Patienten zu sehen. Man spricht deshalb von einem „bio-psycho-sozialen“ Krankheitsmodell.

Die spezielle Schmerztherapie ist eine in Deutschland nach wie vor viel zu selten vertretene Disziplin. Wir zählen zu den wenigen Einrichtungen, die sich schwerpunktmäßig dem chronisch schmerzkranken Patienten widmen und die anspruchsvollen Kriterien der sogenannten Schmerztherapie-Vereinbarung erfüllen.

Das spezielle Profil unserer Praxis ermöglicht insbesondere die Behandlung folgender Erkrankungen:

  • Tumorschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Cluster-Kopfschmerz
  • Trigeminusneuralgie
  • Thalamusschmerz
  • Ischämieschmerz
  • Polyneuropathie
  • Zoster-Neuralgie
  • Phantomschmerzen
  • sympathische Reflexdystrophie (Morbus Sudeck, CRPS)
  • Rückenschmerzen
  • Bandscheibenvorfall
  • Spinalkanalstenose
  • Osteoporose
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Fibromyalgie
  • Psychosomatische Schmerzsyndrome
  • Schmerzmittelmissbrauch oder -Abhängigkeit

Bei der Fülle der denkbaren Erkrankungen kann solch eine Liste niemals vollständig sein. Deshalb gilt: Wenn Sie chronische Schmerzen haben und Ihre spezielle Erkrankung in dieser Liste nicht finden, können Sie sich trotzdem bei uns vorstellen. Wir werden Sie zu den Behandlungsmöglichkeiten beraten.

Wenn Sie das erste Mal in unsere schmerztherapeutische Behandlung kommen, erhalten Sie einen sogenannten Aufnahmetermin. In dessen Rahmen finden folgende Maßnahmen statt:

  • Erhebung einer standardisierten Schmerzanamnese einschließlich Sichtung und Wertung der verfügbaren Vorbefunde, funktionelle Bewertung der Röntgenbilder
  • Eingehende körperliche Untersuchung (neurologisch-orthopädisch funktionelle) und eingehende psychosoziale Exploration
  • Durchführung einer Schmerzanalyse
  • Feststellung des Chronifizierungsstadiums (nach Gerbershagen – Mainzer Staging) und des Schmerzgrades (nach von Korff)
  • Differentialdiagnostische Abklärung der Schmerzkrankheit
  • Eingehende Beratung des Patienten
  • Gemeinsame Festlegung der Therapieziele
  • Aufstellung eines zeitlich und inhaltlich gestuften Therapieplanes (einschließlich der zu dessen Umsetzung erforderlichen interdisziplinären Koordination der Ärzte und komplementären Berufe)
  • Standardisierte Dokumentation mit Angaben zur psychosomatischen Auswirkung mit validierten Messinstrumenten

Mit jedem Patienten wird nach der Eingangsdiagnostik eine persönlich abgestimmte Therapie vereinbart. Dabei können folgende Verfahren und Methoden zur Anwendung kommen:

  • Pharmakotherapie
  • Therapeutische Lokalanästhesie
  • Stimulationstechniken (z.B. TENS)
  • Manuelle Untersuchungs- und Behandlungsverfahren
  • Koordination und Einleitung von physiotherapeutischen Maßnahmen
  • Physikalische Therapie in Kooperation mit dem Physikalischen Therapie Zentrum
  • Bildwandlergestützte Therapeutische Leitungs-, Plexus- und rückenmarksnahe Anästhesien
  • Bildwandlergesteuerte Sympathikusblockaden an der Lendenwirbelsäule
  • Sympathikusblockaden an der Halswirbelsäule
  • Gezielte Gelenkinjektionen unter Bildwandlerkontrolle
  • Präzise diagnostische Blockaden an Nerven, Nervenwurzeln, Wirbelsäulengelenken
  • GLOA (Ganglionäre lokale Opioid-Analgesie) am Ganglion cervicale superius
  • Rückenmarksnahe Medikamentenapplikationen
  • Denervationsverfahren (z.B. Neurolyse, des Ganglion coeliacum oder des lumbalen Sympathikus
  • Zentrale Stimulation (SCS) in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Neurochirurgen
  • Ernährungsberatung (mit kooperierenden Ernährungsberatern)
  • Minimal-invasive Interventionen
  • Operative Therapie (in Zusammenarbeit mit kooperierenden Praxen)
  • Psychosomatische Grundversorgung
  • Koordination und Einleitung von psychotherapeutischen Maßnahmen
  • Entzugsbehandlung bei Medikamentenabhängigkeit (ggf. stationär)
  • Übende Verfahren (z.B. autogenes Training)
  • Hypnose (mit kooperierenden Praxen)
  • Biofeedback
  • Akupunktur (in Kooperation)
  • Stationäre multimodale Schmerztherapie
  • Beratung der primär betreuenden Ärzte zu schmerztherapeutischen Fragen

standardisierte_dokumentation_DGSDer Behandlungsverlauf wird mit standardisierten Verfahren dokumentiert und mindestens einmal pro Quartal (bei sehr stabiler therapeutischer Einstellung halbjährlich) ausgewertet. Für die Dokumentation verwenden wir folgende Instrumente:

  1. Den Deutschen Schmerzfragebogen 
  2. Die Verlaufsfragebögen zum Deutschen Schmerzfragebogen 
  3. Das Auswertungsprogramm PainSoft DGS in Zusammenhang mit der Software FormPro zur Auswertung von Fragebögen jeglicher Art.
  4. Das Mainzer Stadienmodell zur Chronifizierung MPSS