Transkutane elektrische Nervenstimulation

Durch einige Krankheiten werden körpereigene Schutz- und Regelmechanismen gehemmt oder überfordert. Dies kann zu Schmerzen oder chronischen Erkranungen führen. Mit Hilfe der Transkutanen elektrischen Nervenstimulation (kurz: TENS) sollen die gestörten Mechanismen unterstützt und damit wieder verstärkt werden.

TENS ist eine Form der Schmerztherapie, bei der Elektroden in unmittelbarer Nähe der Schmerzone auf der Haut angebracht werden, wo sie nun Nerven durch elektrische Reize transkutan (lateinisch für „durch die Haut“) stimulieren.

Man unterscheidet dabei zwischen zwei Behandlungswegen:

  1. Mit elektrischen Reizen hoher Frequenz und niedriger Intensität (als Kribbeln spürbar) werden körpereigene Schmerzhemmsysteme im Rückenmark angeregt. Es wird die Durchblutung verbessert und eine Muskelentspannung erzeugt.
  2. TENS mit niedriger Frequenz und hoher Intensität aktiviert Schmerzkontrollsysteme im Gehirn, wodurch körpereigene Botenstoffe freigesetzt werden, die zu einer besseren Durchblutung führen und schmerzhemmend wirken. Die Reizintensität ist dabei knapp unter der Schmerzgrenze und führt zu Muskelzucken.

TENS kann bei allen Schmerzformen eingesetzt werden. Dabei werden die Kosten für die Behandlung folgender Schmerzformen auch von Krankenkassen getragen:

  • Krebs- und krebsbegleitende Schmerzen
  • Nervenschmerzen
  • Schmerzen im Bewegungsapparat
  • Schmerzen als Folge von Durchblutungsstörungen
  • Stumpf- und Phantomschmerzen.

Vorteile:

  • TENS kann zu einer Schmerzlinderung von 60-100% führen.
  • Durch batteriebetriebene Taschenreizstromgeräte kann der Patient TENS auch unterwegs und zu Hause anwenden.
  • Schmerzmittelkonsum kann verringert oder ganz ausgesetzt werden.
  • Das Verfahren selbst ist medikamentenfrei.
  • Bei ordnungsgemäßer Anwendung hat TENS keine Nebenwirkungen.

Einschränkungen:

  • Träger von Herzschrittmachern sind von der Behandlung ausgenommen, da die elektrischen Reize den Rhythmus stören können.
  • Die Elektroden dürfen nicht direkt auf verletzter Haut angebracht werden.
  • Bei einigen Menschen tritt keine wesentliche Wirkung ein, deshalb beginnt das Verfahren stets mit einer Testverordnung.